Digital ID – digitale Dystopie

Von Wolfgang Berger

Der totale Überwachungswahn von Staaten und seine tödlichen Folgen

Die digitale ID, auch eID, ist schon seit Jahren weltweit in Entwicklung, und die meisten Staaten sind in der Entwicklung und Realisierung schon sehr weit. In Österreich gilt schon seit Jahren die ID-Austria ohne sie sind manche Dienste der Ämter nicht mehr zugänglich ohne beträchtlichen Aufwand. So ist z.B. das ELDA-System für Selbstständige nicht nutzbar ohne die ID-Austria. Von den Regierungen und sogenannten NGOs wird diese digitale Identität immer als große Leistung und Erleichterung verkauft, als ein Tool, das man unbedingt haben muss. Aber in Wirklichkeit bedeuten eIDs die Abschaffung der persönlichen Freiheit, die totale Überwachung und die totale Kontrolle durch den Staat oder vielmehr durch private Tech-Unternehmen, mit denen der Staat Verträge abschließt. Aus dem vormals freien Bürger eines sogenannten liberalen demokratischen Systems wird ein Insasse eines digitalen Freiluftgefängnisses, der sich dessen nicht bewusst ist (bzw. noch nicht bewusst ist). 

Am Beispiel von elektronischen Schließsystemen, die zunehmend analoge Schlüssel ersetzen, lässt sich der Mechanismus am besten veranschaulichen: Ob wir mit dem e-Schlüssel unsere eigene Tür aufsperren können, hängt auch vom Unternehmen ab, das diese Technik zur Verfügung stellt. Dieses Unternehmen kann dir den Zugang gewähren oder verwehren. Stimme ich der digitalen Identität zu, gebe wir gleichsam den Schlüssel zu meiner eigenen Identifizierung ab. Ob ich mich als Bürger ausweisen kann, hängt vom zuständigen Tech-Unternehmen ab. Wer ich bin und ob ich Zugang erhalte, ist dann von meiner Person losgelöst. Ich bin quasi nicht mehr Herr im eigenen Hause.

 

Alle Daten und die ganze Kontrolle
Weit über hundert Staaten setzen die eID um und die Medien in den einzelnen Staaten lassen die Bürger dabei vollends im Dunkeln darüber, was es heißt, wenn der Staat alles weiß, alles kontrolliert und reglementiert. Es ist die Umsetzung der totalen Kontrolle, denn künftig werden in diesen digitalen IDs alle Informationen über den jeweiligen Bürger gespeichert werden. Das betrifft Urkunden, Zeugnisse, Nachweis über Ausbildungen, biographische Daten, Gesundheitsdaten, Konsumverhalten, Reisegepflogenheiten, Impfstatus, Einkommen, Kreditwürdigkeit, Verhalten im Internet, politische Einstellung, biometrische Daten – im Grunde alles, was gespeichert werden kann. Selbstverständlich wird der Staat mit seinen Institutionen es nicht dabei belassen , seine Bürger bloß zu überwachen, sondern er wird uns reglementieren und  indoktrinieren: Deine Meinung wird erlaubt sein, solange sie nicht gegen die Obrigkeit gerichtet ist. Wir wissen bereits heute, was es heißt nicht an die Narrative des Mainstreams angepasst zu sein. Alleine die EU-Kommission hat in den letzten Jahren über 3.000 Organisationen und Privatpersonen mit lebensbedrohlichen Sanktionen belegt, welche  bar jeder rechtlichen Grundlage gleichsam majestätisch exekutiert werden. . 

Über Jahrzehnte sind den Menschen die digitalen Technologien als Heil, als Problemlöser und als etwas Großartiges verkauft worden und heute stehen wir vor der pervertierten Wirklichkeit dieser Entwicklung:  vor einer digitalen Sklaverei. Was wir erleben, ist die zunehmende Negation von demokratischen Grundlagen und die schrittweise Umsetzung eines unsichtbaren Totalitarismus. Allerdings revoltieren die Menschen kaum dagegen, weil sie die Gefahren nicht sehen. Diese Bedrohung wirkt kaum wahrnehmbar, es ist das Wirken der Softpower ohne Waffengewalt, aber mit der totalen Forderung nach kognitiver und existentieller Unterwerfung.

 

Hacker, Systemfehler oder kalkulierte Exekution?
Indiens Regierung hat 2018 das Aadhaar-Gesetz verabschiedet, mit dem jeder registrierte Bürger gezwungen wird die digitale ID mit biometrischen Daten anzunehmen und per App nachzuweisen. In diese App ist auch noch das Echtzeit-Bezahlsystem integriert, das das eigene Bankkonto mit der verifizierten Identität  verknüpft. 1,2 Milliarden Menschen in Indien waren gezwungen das System anzunehmen, und was seither geschah,  liest sich wie der Plot aus einem dystopischen Sci-Fi-Roman.

 

• In einem ‚Bundesstaat‘ Indiens verhungerten zwei Dutzend Menschen, weil das System „nicht funktionierte“.

• Betrüger erbeuteten über Millionen von Fake-Accounts – ein Schwarzmarkt für Identitäten entstand.

• Hacker klonten IDs

• Kranke wurden abgewiesen 

• Alte starben ohne Rente

• Familien verhungerten, weil der Computer versagte

 

Die  die indische Regierung pries die Zwangsapp als völlig sicher und als eine fortschrittliche Maßnahme an. In Indien ist also bereits Realität, was sich die digitalen, finanziellen Eliten wünschen: totale Unterwerfung und Kontrolle der Bevölkerung – eine digitale Sklaverei. Es wird künftig sehr leicht für die Machthabenden sein, unerwünschte Kritik und Opposition zu bekämpfen – ein Mausklick genügt und der „Querdenker“ ist aus dem System entfernt und keine Bedrohung mehr.

Weiterführender Artikel über die eID in Indien:
https://www.npr.org/2018/10/01/652513097/indias-biometric-id-system-has-led-to-starvation-for-some-poor-advocates-say

 

Die Nazis konnten davon nur träumen
All diese Phänomene der digitalen Sphäre in unserer Zeit sind Ausdruck und Mittel der gesellschaftlichen totalen Kontrolle durch die Eliten, was  auch als Technokratie bezeichnet wird. Diese unterscheidet sich ganz wesentlich von einer Demokratie Nach der heutige gängigen Definition bedeutet Technokratie, dass alle politischen und wirtschaftlichen Entscheidung von sogenannten „Experten“ und Wissenschaftlern getroffen werden. Wer in dieser Macht der „Experten“ eine gewisse Parallele zum COVID-Regime sieht, täuscht sich kein bisschen. Auch in dieser Zeit sind alle Grundfreiheiten und Rechte durch die Entscheidung dieser „Experten“ ausgesetzt worden.

Die Technokratie in unserer Zeit hat mittlerweile mannigfaltige Erscheinungsformen, das beginnt bei omnisensorischen Überwachungsmöglichkeiten bei Handys, geht über Smart Meter, Smart Grid, Smart Cities, Wifi, 5G, CBDCs (digitales Zentralbankengeld), Bioengineering, Bio-Nano-Bots, eID und schließlich zum Transhumanismus, der den Mensch als Mischwesen aus biologischen Zellen und Computer-Chips sehen will und in den Posthumanismus, die Abschaffung der Menschheit, führt

Das Alles ist nicht ganz so neu, wie man glaubt. Schon im Dritten Reich wurden Ideen der  nordamerikanischen Technokratie-Bewegung rezipiert und es kam zu einer Zusammenarbeit zwischen den Technokraten der USA und den Nazis des Dritten Reichs. Beispielsweise hat IBM seine Hollerith-Maschine, ein Lochkarten-Computer zur Datenverarbeitung, an die Nazis geleast, um die Bevölkerung statistisch zu erfassen und die Vernichtung von Juden, Roma, Sintis, Kommunisten und Oppositionellen vorzubereiten. Die Tätowierungen auf den Unterarmen der KZ-Insassen sind der Code aus der Hollerith-Maschine. Nach 1945 sind viele technokratische Überlegungen und technologische Ideen aus dem Dritten Reich im Stillen weiterentwickelt worden.

Die Hollerith-Maschine (hier: frühe Tabelliermaschine von ca. 1890) von IBM wurde an das NS-Regime geleast) 
© Adam Schuster

 

Weltweit totale Kontrolle
Weit über 100 Staaten der Welt entwickeln eine eID, und viele davon auch mit biometrischen Markern, wie Fingerabdruck oder Iris-Scan. Interessant dabei ist, dass Canada, die USA, Australien und Neuseeland bislang noch keine zentralisierte nationale eID haben. Stattdessen setzen sie auf föderale und dezentrale Ansätze.

© Quelle
worldprivacyforum.org

 

In Österreich läuft schon seit vielen Jahren eine breite Kampagne zur „freiwilligen“ Verwendung der ID-Austria, wobei bedacht werden muss, dass einige Bevölkerungsgruppen bereits gezwungen werden diese digitale ID zu übernehmen, dazu gehören z.B.  Schüler, Lehrer und Selbstständige. Zwei Lehrerinnen, welche sich geweigert haben,dieses Kontrollsystem zu übernehmen, wurde gekündigt. Eine von ihnen hat ein Verfahren am Arbeitsgericht in Wien angestrengt. Das zeigt sehr deutlich, dass ein Leben ohne technokratische „Errungenschaften“ künftig nicht mehr möglich sein wird, ohne dass die existenzielle Grundlage gefährdet wird. Die österr. Regierung hat sehr erfolgreich gearbeitet, schließlich sind schon 4,8 Millionen Bürger Österreichs Teil der ID-Austria,  obwohl diese große technische Mängel aufweist.

Der Widerstand gegen diese Entwicklungen ist jedenfalls überschaubar, da kritische Stimmen bei Mainstream-Medien kein Gehör finden. Jedenfalls gilt für die ID-Austria wie für alle digitalen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte: Was möglich ist, wird gemacht, ob im Geheimen oder offiziell!

 

Das Wichtigste ist vorerst Aufklärung über die totale technokratische Unterwerfung der Bevölkerung und die Verbannung möglichst aller Gadgets, Apps und digitalen Multi-Sensoren aus dem eigenen Leben!